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Interview mit Williams Flores aus Cusco (Perú)

Williams Flores ist 37 Jahre alt und lebt in Cusco (Perú).  Seine Familie hat ein Café namens „Cappuccino Café Cusco“. Er widmet sich der Verarbeitung und Röstung des Kaffees.

1. Was verbindet dich mit Kaffee? Warum arbeitest du mit Kaffee?

Ich bin im Kaffeegeschäft tätig, weil es eine Familientradition ist, die vor 26 Jahren mit der Familie meiner Frau begann. Als ich anfing, Kaffee zu rösten, war ich fasziniert von der Komplexität der Pflanze.  Seit 4 Jahren interessiere ich mich auch stark für das, was hinter dem Kaffee steht. Die Familien, die Kultur, die Kunst, sogar die Unternehmer, die Kaffee als Brennstoff brauchen, um ihre Träume zu verwirklichen. Es ist kein einfaches Getränk, aber in der peruanischen Kultur ist es dem Koka[1] sehr ähnlich. Es ist ein natürlicher Energizer, der es jedem ermöglicht, seine Träume in allen Wissensbereichen zu erfüllen.

Dazu baue ich die Kaffeeverarbeitungsanlage im heiligen Tal[2], die mit erneuerbarer Energie betrieben wird.

2. Was hast du gemacht, bevor du mit Kaffee gearbeitet hast?

Bevor ich mit Kaffee gearbeitet habe, war mein Leben in der Welt der Technik. Und nun sagen wir, es ist eine Kombination aus beidem. Kaffee und mein Beruf.

3. Was ist für dich das Wichtigste am Kaffee? Was ist guter Kaffee für dich?

Ein guter Kaffee ist frisch und von guter Qualität. Nur so zeigen sich alle Eigenschaften des Kaffee optimal. Und ein guter Kaffee ist für mich ein Kaffee, der eine Geschichte hat

4. Wie trinkst du deinen Kaffee (am liebsten)?

Ich trinke Kaffee in allen seinen Formen. Espresso, amerikanischer, coldbrew… zu Hause benutze ich meistens eine italienische Mokkakanne, oder ich bereite mir einen klassischen Filterkaffee zu. Ich nehme mir gerne Zeit, um den Kaffee zu mahlen und zu genießen. Für mich ist das fast wie Meditieren.

5. Was denkst du über fairen Handel?

Das sollten wir stärker fördern. Kaffee ist eine wichtige Ressource und der Anbau ist mit viel Arbeit verbunden. Leider kommt der Gewinn an diesem Produkt zu wenig denen zugute, die die schwere Arbeit leisten, ihn zu produzieren.

6. Gibt es noch etwas, was du ergänzen möchtest? 

Ja, Kaffee ist für mich eine ganz neue Welt, aber eine, die mir die Rolle  der Kokapflanze in den bereits verlorenen Andengemeinschaften besser verständlich gemacht hat. Es ist eine heilige Pflanze, die nicht nur verkauft, sondern auch konsumiert werden sollte, um das Land zu entwickeln. In allen Bereichen.

KONTAKT
Williams Flores
+51 989289870
wflores@muju.pe
www.muju.pe
https://www.instagram.com/muju_coffee_roasters
https://www.instagram.com/cappuccinocusco/


[1] In Perú wird, wie in vielen Ländern Südamerikas, besonders von Andenbewohnern, die Kokapflanze als natürlicher Wachmacher genutzt. Dafür werden die Blätter entweder als Tee getrunken oder auch einfach gekaut. Die Wirkung ist stimulierend, ähnlich wie bei Kaffee.

[2] Das „Valle Sagrado“ oder heilige Tal liegt nördlich von Cusco. Es ist berühmt für zahlreiche imposante Inka-Ruinen wie die Ruinen von Pisac, Chinchero, Ollantaytambo sowie die spektakulären Terrassenanlagen von Moray und die Salzterrassen von Maras. Viele Touristen verbinden einen Besuch hier mit dem Besuch der berühmten Inkaruine Machu Picchu.

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