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Interview mit Andrés Hernández (Kolumbien)

Andrés Hernández ist 25 Jahre alt und lebt in Bogotá, der Hauptstadt Kolumbiens. Er arbeitet als Qualitätsanalytiker und gibt Kurse für Baristas, Menschen, die uns dann den perfekten Kaffee in einer Bar in die Tasse zaubern. Er hat zusammen mit seinem Bruder ein Unternehmen, das sich der Verbesserung der Wirtschaftlichkeit von Kaffee widmet. Außerdem suchen sie Möglichkeiten, die Qualität der Produktion  zu verbessern, um angemessene Preise erzielen zu können. Ich traf ihn im Café „Arte y Pasion“[1] in Bogotá, als ich mit einer kolumbianischen Wissenschaftlerin aus Österreich dort war.

1. Was verbindet dich mit Kaffee? Warum arbeitest du mit Kaffee?

Ich gehöre der vierten Generation einer Kaffeefamilie in der Gemeinde Garzón (Department ofHuila, eine Region in Kolumbien), an. Durch meine Familie habe ich viel über Kaffee gelernt. Sie weckte in mir eine ganz   besondere Leidenschaft, die mich dazu brachte, mich mehr in die komplexe Welt des Kaffees zu vertiefen, insbesondere in die Welt der „Postproduktion“, also in all das,  was nach der Ernte passiert.

Ich arbeite mit Kaffee, weil es mir ein Anliegen ist, einen Beitrag zu einer ganzen Kaffee-Gemeinschaft zu leisten. Dazu gehören für mich die Bauern ebenso wie die Konsumenten. Es ist mir wichtig, Arbeitsbeziehungen zwischen vielen Menschen zu schaffen und so auch die Nachhaltigkeit der Kaffeeproduktion und -vermarktung zu verbessern.

2. Was hast du gemacht, bevor du mit Kaffee gearbeitet hast?

Ich habe meine berufliche Laufbahn mit Kaffee begonnen!

3. Was ist für dich das Wichtigste am Kaffee? Was ist für dich ein guter Kaffee?

Das Wichtigste am Kaffee sind für mich die Menschen, die an der gesamten Wertschöpfungskette beteiligt sind, um eine gute Tasse Kaffee zu produzieren. Es ist mir sehr wichtig, die Arbeit eines jedes einzelnen von ihnen hervorzuheben. Und durch den gemeinsamen Wert alle Anstrengungen zu betonen, um weiterhin zu einer Kaffeekultur beizutragen!

Ein guter Kaffee ist für mich ein Kaffee mit Geschichte, bei dem der Schwerpunkt auf dem Beitrag zur Kaffee-Gemeinschaft liegt.  Ein Kaffee, der die Menschen erfreut. Ebenso aber auch ein Kaffee, dessen Geschmack ausgewogen ist und der angenehm schmeckende Noten hat.

4. Wie trinkst du selbst deinen Kaffee am liebsten?

Am liebsten trinke ich Espresso und Filterkaffee aus der V60.

5. Was hältst du vom Thema fairer Handel?

Ich denke, dass es eine der gerechtesten Möglichkeiten ist, eine Handelsbeziehung mit den Produzenten zu unterhalten. Allerdings ist meiner Meinung nach noch viel Entwicklung nötig, bis durch direkte Handelsbeziehung ein wirklich fairer Handel erreicht wird.

6. Gibt es noch etwas, das du ergänzen möchtest?

Ich wünsche mir, dass in der Welt des Kaffees die Verbraucher viel stärker in die  Kaffee-Bildung  einbezogen werden. Nur so können die Verbraucher die Qualität guten Kaffees wirklich wertschätzen, und es kann sich weltweit eine echte Kaffeekultur entwickeln.


[1] http://www.arteypasioncafe.com/

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