Fairtrade - Fairer Handel - Comercio Justo Interviews auf Deutsch

Interview mit Heiber Andres Trujillo Samboni aus Pitalito (Kolumbien)

1. Was verbindet dich mit Kaffee? Warum arbeitest du mit Kaffee?

Die Landwirtschaft in unserer Regionist die Grundlage für den,    Transfer von empirischem Wissen über den Anbau und die Produktion von Kaffee, die über Generationen hinweg aufrechterhalten wurde. Diese Tätigkeit ist die wichtigste wirtschaftliche Säule , mit der der Unterhalt der Kaffeeanbauerfamilien wie auch  die soziale Entwicklung der Region erwirtschaftet werden. Der Kaffeeanbau zeigt auch die kulturellen Aspekte der Gesellschaft , die derzeit als Kaffeebauern anerkannt sind. Sie erhalten damit national und international große Anerkennung. Deshalb ist die Bevölkerung zu recht stolz auf diese Tätigkeit.

Ich arbeite mit Kaffee aus Verantwortungsbewusstsein, zugleich es ist eine Tätigkeit, die mir sowohl persönlich als auch im Familienkreis alle Möglichkeiten eröffnet hat.  Der Kaffee ist ein interessantes Produkt. Er bietet nicht nur die Möglichkeit, sich und seine Familie wirtschaftlich zu unterhalten, sondern auch, sich persönlich ständig weiterzuentwickeln. Für mich bedeutet es, dass ich mir Wissen aneignen kann und muss, wenn es um die Entwicklung und Anwendung neuer Technologien geht und auch bei der  Lösungssuche für Probleme jeder Phase der Agrarwirtschaft

2. Was hast du gemacht, bevor du mit Kaffee gearbeitet hast?

Kaffee war die erste Arbeit, die ich gelernt habe. Denn in der Region, in der wir leben (Department of Huila, Kolumbien), ist Kaffee die Haupteinnahmequelle für die meisten Menschen.

3. Was ist für dich das Wichtigste am Kaffee? Was ist guter Kaffee für dich?

Das Wichtigste am Kaffee ist für mich die Vielfalt, die er repräsentiert, sowohl in der Art und Weise, wie er produziert wird, als auch in der Art und Weise, wie er zubereitet wird. Kaffee ist ein sehr flexibles Produkt, das an eine Vielzahl von Bedingungen angepasst werden kann. Diese Eigenschaft zeigt sich bei der  Pflege der Pflanzen und auch  in der Vielfalt der Nebenprodukte auf Kaffeebasis, die derzeit entwickelt werden. Diese Flexibilität beim Anbau und bei der Nachernte ermöglicht es, dass der Kaffeeanbau von großen, mittleren und kleinen Produzenten in weiten Teilen des Landes durchgeführt werden kann. Sie alle sind wichtig für die Agrarindustrie auf regionaler und nationaler Ebene.

Ein guter Kaffee ist für mich ein Kaffee, der alle für meinen Geschmack angenehmen Eigenschaften in Bezug auf Geschmack, Körper, Aroma, Säuregehalt usw. in sich vereint.

Für mich ist Kaffee aber auch dann gut, wenn er nachhaltig angebaut wurde. Das heißt, für mich spielen die Herkunft und Anbaupraktiken eine Rolle und es ist mir wichtig, dass es sich um ein nachhaltiges Produktionsmodell handelt, was sowohl die Ernte, als auch die Nachernte einbezieht.

4. Wie trinkst du deinen Kaffee (am liebsten)?

Am liebsten trinke ich Espresso. Aber es gibt bei der breiten Angebotspalette auch andere Zubereitungen, die ich mag. Zum Beispiel Cappuccino oder Milchshakes auf Kaffeebasis.

5. Was denkst du über fairen Handel?

Der faire Handel entstand aus der Notwendigkeit, den Handel mit Produkten zu fördern, deren Preis den Bedürfnissen der Produzenten entspricht, sowie aus der Notwendigkeit, Sozial- und Umweltstandards zu etablieren, die Teil der Produktionskette sind. Obwohl dieser Begriff und diese Bewegung schon seit mehreren Jahren funktionieren, gibt es bei den Akteuren der Produktions- und Handelskette ein viel zu geringes Wissen.. Das gilt für Produzenten, Händler aber auch für die Industrie, wenn es darum geht, die Verhandlungsregeln für Kaffee festzulegen. Deshalb wurde der faire Handel nicht effizient umgesetzt. Zumindest derzeit hat das größte Problem für die Kaffeeproduzenten in Kolumbien mit Fragen zu tun, die direkt mit dem Handel des Produkts zusammenhängen. Obwohl Kaffee der Rohstoff ist, der in der kolumbianischen Wirtschaft die größte Rolle spielt, führen die geringen Preise und die starken Preisschwankungen dazu, das oft die Produktionskosten nicht gedeckt werden. Dies hat dazu geführt, dass viele Bauern keinen Kaffee mehr anbauen können, weil sie von den Umsätzen ihre Familien nicht mehr ernähren können. Sie müssen nun andere Produkte anbauen oder eine andere Tätigkeit aufnehmen. Dennoch sind die Bemühungen um die Förderung des Konsums von nachhaltigen Kaffeesorten und die Interaktion des Käufers direkt mit dem Produzenten auf der Suche nach einer würdigeren Tätigkeit interessant. 

6. Gibt es noch etwas, was du ergänzen möchtest? 

Eines der größten Hindernisse für die Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit des Agrarsektors in Kolumbien, einschließlich des Kaffeeanbaus, liegt in der geringen Entwicklung von Wissenschaft und Technik. Außerdem halte ich es für absolut notwendig, die Bauern in Themen wie Nachernte und Nutzung neuer Technologien zu schulen.

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